Yamuna – Elbe
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Lena Zühlke
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Lena Zuehlke

Aus www.yamuna-elbe.de
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Lena Zühlke

Indologin, Gründerin und Leiterin der Baumpflegefirma Arborartist (www.arborartist.de).
Arbeitet an einem Promotionsvorhaben, in dem die Wirklichkeitswelten vor allem gläubiger Hindus zum
Thema der Wasserverschmutzung im Ganges untersucht werden. Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut,
Abteilung für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets


Vortrag für den Abend „Leben mit Flüssen in Deutschland und Indien: Ökologie, Religion
und Ökonomie an Elbe, Ganges und Yamuna“ am 21.10.2011 auf dem Lieger Caesar

Der Ganges: Verehrung und Verschmutzung


Zusammenfassung

Der Fluss Ganges ist gleichzeitig die Göttin Ganga. Religiös gesehen reines und reinigendes Wasser ist zugleich ökologisch verschmutztes und die Gesundheit gefährdendes Wasser. Das Konfliktfeld, das aus dieser Spannung entsteht, ist Inhalt dieses Vortrags.

Es wird die Mythologie der Göttin Ganga sowie die Bedeutung des heiligen Wassers für die Ausführung von Hindu-Ritualen beschrieben. Darüber hinaus wird die säkulare Nutzung des Flusses Ganges erläutert und seine hauptsächlichen Verschmutzungsursachen wie die Einleitung städtischen und industriellen Abwassers, die Wasserentnahme, das Auswaschen von Düngemitteln aus landwirtschaftlich genutzten Böden und die religiöse Praxis genannt.
Im Anschluss werden die Auswirkungen der extremen Nutzung dieser Ressource auf das Ökosystem des Flusses diskutiert und die staatlichen sowie nicht-staatlichen Aktionen gegen die Verschmutzung aufgezeigt. Die nationalen Fluss-Reinigungskampagnen Ganga Action Plan (GAP) und die Mission Clean Ganga sowie zwei (bis drei) der bekanntesten Nicht-Regierungsorganisationen und Öko-Aktivisten werden vorgestellt.

Weiterhin wird der Vortrag eine kurze Innensicht in eine Forschung zur Wahrnehmung der Verschmutzung im religiösen Kontext geben sowie religiöse Motivationen vorstellen, die aus dem Hinduismus gezogen werden können, um das ökologische Bewusstsein der Gläubigen zu erwecken sowie ein Verständnis für das ökologische Gleichgewicht des Flusses und die Notwendigkeit, ihn respektvoll zu behandeln.

Viele Zeitungsartikel aber auch Menschen, die am öffentlichen Diskurs über die Wasserverschmutzung teilnehmen, berichten über die ökologischen Probleme des Ganges indem sie religiös konnotierte Begriffe verwenden oder vom Fluss in einer personifizierten Art und Weise sprechen. Viele meiner Interviewpartner vertreten die Auffassung, dass diese religiös gefärbte Sprache eingesetzt werden kann, um die Bevölkerung zu sensibilisieren für die Nöte und Leiden, die der Fluss - und damit der Göttin – ertragen muss. Von Professoren der Benares Hindu University wird vorgeschlagen, das religiöse Gefährt der Ganga, das Makara, als Indikatorart einzuführen und zu verwenden und damit den Blick der Bevölkerung für den Verlust dieser und anderer Tierarten zu schärfen und gleichzeitig mythologische Geschichten in einem ökologischen Sinn zu interpretieren.

Dieser Vortrag wird enden, indem verdeutlicht werden soll, wie wichtig es ist, dass religiöser Glaube und ökologische Notwendigkeiten auf einfühlsame Weise miteinander verbunden werden, damit die geglaubte Reinheit und Heiligkeit nicht nur in einer transzendenten Weise bestehen bleibt, sondern sich im Glauben der Menschen auch weiterhin auf das physisch vorhandene Wasser beziehen kann.


Weitere Informationen zum Vortragsabend "Leben mit Flüssen in Deutschland und Indien: Ökologie, Religion und Ökonomie an Elbe, Ganges und Yamuna"


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